Start in die Kita
Mit dem Eintritt in die Kita erfolgt der erste Schritt in die Gesellschaft. Für die neuen Kindergartenkinder bedeutet der Eintritt in diesen neuen Lebensabschnitt oft das Erschließen einer neuen Welt. Dieses gelingt den Kindern mehr oder weniger gut. Je jünger die Kinder sind und je weniger Erfahrungen sie bisher mit anderen Kindern machen konnten, desto schwieriger kann sich die Eingewöhnungszeit gestalten.
Für die Kinder ist diese Situation mit vielen neuen und einschneidenden Erfahrungen verbunden: sie verlassen den vertrauten Rahmen zu Hause und müssen sich jetzt auf für sie bisher fremde Personen einstellen und sich in einer großen Kindergruppe zurechtfinden. Sie müssen die Erzieherin als Bezugsperson mit vielen anderen Kindern teilen. Dies fällt möglicherweise besonders Kindern schwer, die ohne Geschwister aufwachsen und bisher in einer sehr engen Beziehung zur Mutter oder einen anderen Bezugsperson gelebt haben. Dazu kommen die neuen Räume, der hohe Lärmpegel, neues Spielzeug und das Außengelände der Kita als Neuland für die Kleinen, das im Laufe der Zeit erkundet werden will. So stürmen gerade in der Anfangszeit sehr viele Eindrücke auf die Kinder ein, und es braucht einige Zeit, bis sie die nötige Sicherheit gewinnen und sich in ihrer neuen Umgebung zurechtfinden. Darüber hinaus werden die Kinder in der Kita mit einer Reihe von Regeln konfrontiert, an die sie sich gewöhnen müssen und die nicht immer mit dem Willen der Kinder übereinstimmen.
Auf diese neue Situation reagieren die Kinder sehr unterschiedlich. Manche kommen von Anfang an gut zurecht, sie sprechen die Erzieherinnen an, wenn sie etwas brauchen, und genießen insgesamt die neu gewonnene Freiheit. Andere Kinder zeigen sich ängstlich und unsicher und fühlen sich in der Einrichtung verloren, weil die Erzieherin sich nicht in der Intensität um sie kümmern kann, wie sie es von ihren Eltern gewöhnt sind. Hier kann es zu Ablösungsschwierigkeiten kommen: das Kind klammert sich vielleicht an die Mutter, weint und will nicht bleiben.
Auch für die Eltern ist diese Situation nicht einfach zu verarbeiten. Sie müssen die Erfahrung zulassen können, nicht mehr ausschließlich vom Kind gebraucht zu werden, weil das Kind nun auch zu anderen Erwachsenen eine Beziehung aufbaut und sie müssen diese schwierige und anstrengende Zeit der Eingewöhnung ihrer Kinder begleiten.
Es hat sich für uns gezeigt, dass sich Eltern und Kinder auf diese neue Situation vorbereiten können und so die Eingewöhnungszeit erleichtert werden kann.
Einige Anregungen: Den von der Kita angebotenen Schnuppertag nutzen, an dem sich Dein Kind einen ersten Eindruck dieses neuen Lebensbereiches machen kann.
Kontakte zu anderen Kindern fördern und ermöglichen bevor es in die Kita kommt.
Wenn sich Dein Kind noch nicht traut, mit anderen zu sprechen oder nur mit Dir ein Spiel spielen will, versuche, andere Kinder miteinzubeziehen und ggf. auch die ersten Kontakte Deines Kindes mit den Erzieherinnen zu begleiten.
Bleibe nach Absprache zum Spielen in der Kita, aber sprich mit Deinem Kind darüber, dass dies nur vorübergehend so ist (Zeiten festlegen).
Sei eindeutig und konsequent: traue Deinem Kind die Kitasituation zu und mache ihm Mut. Bestehen konkrete Abmachungen mit Deinem Kind, halte Dich daran. Die Eingewöhnungszeit ist für beide Seiten nicht einfach. Klare Aussagen und klares Verhalten können Sicherheit geben.
Gib Deinem Kind in der Anfangszeit ein Kuscheltier, etwas Vertrautes von zu Hause mit.
Solltet ihr euch in der Kita verabschieden und Dein Kind weint noch, quäle Dich nicht mit schweren Gedanken. Du kannst die Gewissheit haben, dass wir uns um Dein Kind kümmern und sollte es sich nicht beruhigen, werden wir uns auf jeden Fall bei Dir melden. Natürlich kannst auch Du gerne anrufen.
Es hat sich gezeigt, dass es wichtig ist, die Verhaltensweisen der Eltern und der Kita aufeinander abzustimmen. Hier können gemeinsame Absprachen und ein regelmäßiger Austausch sehr hilfreich sein.
Es gibt für diese Anfangssituation kein Patentrezept, sowohl die Kinder, als auch die Eltern, verhalten sich nicht nach klaren vorgegebenen Normen. Nehmen Sie sich die Zeit, die neue Situation gemeinsam mit Ihrem Kind möglichst ohne Streß durchzustehen und zu verarbeiten.
Wir als Kitateam haben uns intensiv mit dem Thema Übergang in einen neuen Lebensabschnitt beschäftigt und für unsere Schatzkiste ein Konzept zum Übergang erarbeitet. Du bist herzlich eingeladen, Dir dieses Konzept einmal anzuschauen.
Umsetzung
Die Kindergruppe
Oft erleben sich die Kinder in einer Kindertagesstätte zum ersten Mal in einer größeren Gruppe unter Gleichen, die den Kindern soziale Erfahrungen bietet, die sie so in der Familie nicht machen können.Verschiedene Faktoren bestimmen die jeweilige Gruppensituation: Jungen und Mädchen,unterschiedliche Nationalitäten, Individuelle Entwicklung, Interessen und Gruppenpersonal, Bedürfnisse, Beziehungen der Kinder untereinander, Alter der Kinder (0 bis 3 oder 3 bis 6 Jahre) , Gruppenstärke, Räumlichkeiten und Lebensumfeld, Erfahrungsmöglichkeiten der Kinder. Anhand von Beobachtungen analysieren die Erzieherinnen die Gruppensituation und die sich daraus ergebenen Entwicklungsmöglichkeiten.
Die Erarbeitung von Gruppenthemen
Wir arbeiten in den DRK Kindergartengruppen nach dem situationsorientierten Ansatz, d.h. die jeweilige Situation der Gruppe wird von uns beobachtet und festgehalten und bildet die Grundlage unserer pädagogischen Arbeit. Nach der Situationsanalyse wird die Zielsetzung hinsichtlich der Situation und anschließend das Thema festgelegt. Dann wird ausgewählt, welche Aktivitäten es gibt, um unsere Zielsetzung zu erreichen. Während ein Gruppenthema erarbeitet wird, muss auch immer wieder kontrolliert werden, ob das Thema für die Gruppe noch aktuell ist oder ob vielleicht ein ganz anderes Thema wichtiger wäre aufzugreifen.
Der Tagesablauf
Wir möchten an dieser Stelle ein Beispiel eines Tagesablaufes an einen Krippentag, einem Kindergartenvormittag und einen Kindergartennachmittag aufzeigen, behalten uns jedoch vor, aufgrund von besonderen Tagesereignissen den Tagesablauf zu ändern. Ein Tag bei uns im Kindergarten: Bringzeit: die Kinder werden gebracht (die Elternecke ist geöffnet), Gemeinsame Mahlzeit /gleitendes Frühstück, Freies Spiel: Spielen, Experimentieren, sich Bewegen, Angebote (Basteln, Singen, Kochen, Turnen, uvm.), Aufräumen, Nach Draußen gehen, Abschlusskreis/Mittagessen.
Partizipation
Ein ganz wichtiger Aspekt unserer Arbeit, partizipieren bedeutet so viel wie, an etwas teilhaben/Anteil haben. Für uns bedeutet das, die Kinder können hinsichtlich verschiedener Aspekte im Kita-Alltag mitbestimmen, Ihre Meinung äußern und Entscheidungen treffen. Hierzu finden außerdem regelmäßig Kinderkonferenzen statt.
Die Räume und Spielmöglichkeiten in unserer Kindertagesstätte
Vier Gruppenräume und die Krippe, Waschräume, Flur, Turnraum, Schlafraum Krippe und Kiga, Küche, kleines Zimmer/Bücherei, Wolkenzimmer, Forscherraum, Mitarbeiterzimmer, Außenspielgelände.
Darin können die Kinder: Turnen, Toben, Ausruhen, Schlafen, Freunde finden, sich streiten und vertragen, Mitfühlen, Trösten, helfen, Mut machen, Körperhygiene einüben, Malen, Basteln, Gestalten, Werken, Probieren, Erkunden, Experimentieren/Forschen, Rollenspiel, Konstruieren, Bauen, Feste feiern, Singen, Instrumente spielen, Tanzen, Sinneserfahrungen, wie Sehen, Hören, Riechen, Fühlen, Schmecken, Erzählen, Zuhören, Bücher betrachten, Sprachförderung, Frühförderung, Erste Erfahrungen mit dem Computer machen.
Kooperation mit den Eltern
„Die Kindertagesstätte knüpft als erste Einrichtung öffentlicher Erziehung und Bildung mit seinem eigenständigen Bildungs- und Erziehungsauftrag an die Erfahrungen des Kindes in seiner Familie an und erweitert diesen Erfahrungshorizont.“ (Orientierungsplan) Die Wirksamkeit der Kitapädagogik ist stark davon abhängig, ob sie von den Eltern mit getragen und unterstützt wird. Deshalb ist die Zusammenarbeit mit den Eltern ein fester Bestandteil der Kitaarbeit. Damit eine sinnvolle familienergänzende Arbeit stattfinden kann, ist es uns wichtig, einen ehrlichen und interessierten Umgang zwischen Eltern und Kindertagesstättenpersonal zu ermöglichen. Eine Familiensituation kann in der Kita, sofern es in der Gruppensituation sinnvoll ist, aufgegriffen werden, wie z.B. ein Geschwisterkind wird geboren, Krankheit, etc. Im Stuhlkreis könnte dieses Thema im Gespräch aufgegriffen, Geschichten oder Bilderbücher können zu dem Thema vorgelesen, Bilder gemalt und anschließend besprochen werden.
Um das Verhalten der Kinder besser verstehen zu können, sind bestimmte Hintergrundinformationen wichtig; Ereignisse, besondere Vorkommnisse, die dem Kind sehr nahe gehen – sowohl was den Bereich Familie betrifft, als auch den der Kindertagesstätte. Wie beispielsweise Streit mit dem besten Freund, Eifersucht auf das Geschwisterkind, Auseinandersetzungen zwischen Eltern/ Erzieherin und dem Kind oder sonstige Konflikte und Ereignisse. Um die unterschiedlichen Entwicklungsschritte der Kinder hinsichtlich der Bildung und Erziehung bestmöglich zu begleiten und zu fördern, ist ein regelmäßiger und guter Austausch zwischen Eltern und Kita sehr wesentlich, kurz: eine gelungene Erziehungspartnerschaft.
Formen der Erziehungspartnerschaft
Es gibt vielfältige Formen der Zusammenarbeit mit den Eltern. Wir bieten den Eltern folgende Mitwirkungs-, Informations- und Austauschmöglichkeiten an:
- Adressenliste
- Elternabende
- Elternecke/Elterntreff
- Elternfragebogen
- Gemeinsame Feste
- Gespräche
- Gruppenbericht und Informationen
- Gruppenvertreter/Innen und Kitabeirat
- Hospitation
- Kita-Zeitung
- Mitwirkung im Kitaalltag




